Stuhlkreis mit verschiedenen Menschen

Flüchtlinge als Unternehmensgründer/-innen

Projekt eröffnet Selbstständigkeit als eine Möglichkeit der beruflichen Integration

Chancen erkennen, Ideen entwickeln, Ziele verfolgen – das ist das Motto des Projekts „Act Now!“ Das so genannte „Entrepreneurship Training“ richtet sich an Flüchtlinge und Asylsuchende, die in ihrer Heimat bereits Erfahrungen als Geschäfts- oder Fachleute sammeln konnten. Es will die Gründung eines eigenen Unternehmens als eine Möglichkeit der beruflichen Integration aufzeigen. „Act Now!“ ist ein Teilprojekt des Netzwerkes Integration durch Qualifizierung (IQ) NRW, umgesetzt wird es vom Verein Chancengleich in Europa, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW.

Intensives Training


Das „Entrepreneurship Training“ richtet sich an Flüchtlinge und Asylsuchende, die gute Bleibeperspektiven, bereits einen Sprachkurs absolviert und Interesse sowie Potenzial an beruflicher Selbstständigkeit haben. Es beinhaltet ein intensives mehrmonatiges Training und Coaching, Workshops, Seminare und Schulungen. Dabei wird das unternehmerische Denken und Handeln geschult und die vorhandenen Kenntnisse und Kompetenzen reflektiert. Hinzu kommen Themen, wie Ziel- und Ideenfindung, die Entwicklung von Geschäftsmodellen und Erstellung von Finanzierungsplänen, die Identifizierung von Marktchancen, die Erstellung von Marketingstrategien und -produkten und die Vertiefung der Kommunikations-, Verhandlungs- und Präsentationskompetenzen. Auch  Exkursionen und Unternehmensbesuche und die Erlernung von gründungsspezifischem Deutsch sind Teil des Projekts. Ziel ist es, dass die Teilnehmer/-innen ihre Kompetenz, Kreativität und ihr analytisches Denken entdecken, ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Handlungs-, Präsentations- und Kommunikationskompetenzen stärken.

Viele Ideen sind entstanden

 

  • Am Ende des Trainings steht die Präsentation einer Geschäftsidee inklusive einer realistischen Kalkulation. Es gibt bereits viele gute Beispiele:
  • Einer der Teilnehmer möchte einen syrischen Süßwarenladen eröffnen. Er blickt bereits auf 30 Jahre Erfahrung in diesem Berufsfeld zurück.
  • Ein anderer Syrer hat in seiner Heimat 17 Jahre als Trockenbauer gearbeitet. Er sieht seine Zukunft in einer eigenen Firma, will aber zunächst als Subunternehmer bestehender Bauunternehmen arbeiten.
  • Ein Teilnehmer von „Act Now!“ plant einen tibetischen Imbiss – in Köln gibt es bisher nur ein tibetsiches Restaurant. 
  • Einer der Teilnehmer hat 25 Jahre als Public Relations Manager gearbeitet. Er hat noch immer viele Kontakte im Iran. Eine gute Grundlage um gemeinsam mit seinem Sohn ein Import und Export-Unternehmen aufzubauen. 
  • Auch ein Goldschmied aus dem Iran war unter den Teilnehmenden. Er hat die Vision einer eigenen Manufaktur.
  • Ein iranisches Ehepaar, er Trickfilmer, Zeichner und Regisseur, sie Kunstmalerin und Illustratorin träumt von einem Animationsfilmstudio. Sie möchten gemeinsam mit Kindern für Kinder Trickfilme und Kinderbücher produzieren.

 

Zusammenarbeit notwendig


Auch die Schulung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ist Teil des Projekts. Damit Selbstständigkeit als eine Möglichkeit zur beruflichen Integration wahrgenommen wird, ist nämlich die Zusammenarbeit sämtlicher Akteure wichtig – von Institutionen der Flüchtlingsintegration über die Bildungsförderung bis hin zur Arbeitsverwaltung und Wirtschaftsförderung.

Das „Entrepreneurship Training“ vom Verein Chancengleich in Europa richtet sich an Flüchtlinge und Asylsuchende, die bereits Erfahrungen als Geschäfts- oder Fachleute sammeln konnten.
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